Das ist mehr als Fleischbrühe, Schmorbraten und Herrencreme. Alles drei herrliche Gerichte, aber keine schnelle Küche und nicht mal eben so zu machen. Vor 3 Jahren habe ich angefangen, mich mit der Küche meiner Großmütter zu befassen. Die altdeutsche Schrift in deren Kochbüchern war die größte Herausforderung dabei. Als ich mich eingelesen hatte, bin ich auf so viele interessante Rezepte und für die damalige Zeit außergewöhnliche Produkte gestoßen. Ich habe mich z.B. gefragt, wie vor über 100 Jahren Scholle, Steinbutt, Seezunge, Stockfisch, Trüffel etc. nach Westfalen gelangt sind. Heute kann ich aus den Rezepten dazu an jedem 2. Freitag im Monat einen Abend in unserem Restaurant unter dem Motto „Gerichte aus Omas Küche“ gestalten. Angerichtet auf dem Porzellan von 1926 und ausgefüllt mit kleinen Geschichten über die beiden Frauen und deren Kochkünste, bekommt jeder Gang einen besonderen Rahmen. Am vergangenen Freitag gab es folgendes Menü:
Gebackene Seezunge mit Feldsalat
Rahmsuppe von gelben Schälerbsen mit gerösteten Weißbrotwürfeln
Gänsebraten mit Apfelrotkohl und Kartoffelklößen
Vanilleauflauf mit Aprikosenkompott
Nach den ersten Monaten war ich von der Resonanz ein wenig enttäuscht. Ganz selten hatten wir mehr als 10 Reservierungen dafür, so dass ich das Projekt beinahe beendet hätte. Dann aber nahm es Fahrt auf. Jetzt haben wir eine Warteliste. Deswegen bucht eine Familie schon das dritte Jahr in Folge durch. Was gut ist, kommt wieder 😊