Am vergangenen Samstag endete eine Ära. Unser Lieblingsbäcker in der Nachbarschaft hatte für das Wochenende ein letztes Mal seinen Ofen angeschmissen – und noch Mal alles gegeben. Brot und Brötchen sowieso, aber auch all die anderen leckeren Sachen lagen in der Theke. Mohn Strietzel, Mailänder Apfelkuchen, Hefeschnecken, Kirschstrudel, Plunderteilchen……….
All das wird es nun nicht mehr geben. Wir Nachbarn wollten Heiner und seine Frau Susanne aber nicht einfach so gehen lassen, sondern Danke sagen und haben zu deren Abschied hinter ihrem Rücken eine „Demo“ organisiert, sozusagen eine Sympathie Kundgebung. Über verschiedene Kanäle haben wir mehr als 100 Menschen erreicht aus der Nachbarschaft, dem Dorf und der näheren Umgebung. Freunde und langjährige Kunden haben Schilder gebastelt, Transparente gestaltet. Einer schrieb z. B.: Ein Leben ohne Goldstein Brot ist möglich, aber sinnlos. Ein anderer: Danke für jahrelanges Mohn Strietzel Nirvana. Wieder ein anderer hat einen Brötchenkranz geknüpft. Gemeinsamer Treff war an der Alten Molkerei. Von dort ging es zur Bäckerei in die Herrenstraße. Und da war die Überraschung natürlich riesengroß. Mit Fanfaren, Trillerpfeifen und lautstarken Gesängen wurde der Bäcker nach einer anstrengenden Schicht aus seiner wohlverdienten Ruhe geholt – da musste er dann durch😊. Mit Trompete und Gesang haben wir die beiden in den Ruhestand verabschiedet, wohl wissend, dass wir uns jetzt alle neu organisieren müssen.
Meine Frau Gabi hat da schon einen gelungenen Start hingelegt und mehrere unterschiedliche Sauerteigbrote gebacken. Darauf können wir (auf-)bauen. Mit Heiners Kastenformen geht da sicherlich noch mehr. Gutes bleibt – nur anders.